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Dienstag, 31. Mai 2016

aufsatteln '16 ‒ das mtb-wochenende


Das verlängerte Wochenende wurde für die Premiere des Formats aufsatteln '16 genutzt und fand in der frühlingshaft erblühenden Ramsau statt.


Frei nach dem Motto „Man(n) kann sich Alles schön reden“ stellten die Teilnehmer mit einem Schmunzeln auf den Lippen ziemlich zeitgleich fest, dass jeder die Tourenausschreibung für sich selbst passend interpretiert hatte: der Eine erwartete sich stundenlanges Höhenmeter-treten auf Forststraßen dafür aber technisch einfache Abfahrten. Der Andere war auf Aufstiege auch mit der eventuellen Zuhilfenahme diverser Unterstützungen, dafür aber komplizierte Abfahrten fokussiert. Und der Nächste war hauptsächlich auf Kulinarik, Entspannung und Panoramen fixiert.


Durch die relativ kleine Gruppengröße war die Experimentierfreudigkeit bei der Streckenplanung groß (vielleicht etwas zu groß?). Herausgekommen ist somit schlussendlich eine explosive Mischung: stundenlanges Höhenmeter-treten und teils langen Tragepassagen hinauf, gefolgt von komplizierten Abfahrten mit wiederum teils langen Tragepassagen herunter. Dafür aber stets begleitet von vorzüglicher steirischer Küche und tollen Panoramen!


Donnerstag wurde zum Einradeln genutzt: Wir folgten Großteils der geplanten Route entlang der Dachsteinsüdwand und fanden nach Filzmoos hervorragende Flow-Trails. Wir belohnten unsere Leistung (40km, 1400Hm) mit Suppen, Kaffee und Kuchen.

Angeheizt durch den großen Erfolg des Vortags erweiterten wir die ursprüngliche Planung für Freitag mit „hier finden wir schon einen Weg“ und „da wird’s scho irgendwie gehen“. Läppische 9:50Std später (davon wurden unsere Bikes rd. 3,5Std geschont…und somit getragen) kamen wir ohne Einkehr gemacht zu haben nach rd. 46km und 1900Hm wieder in der Unterkunft an. Auf dieser Tour musste Chris von Focusguide (www.focusguide.at) alle Register ziehen, um sich selbst und auch die Gruppe zu motivieren und auch zu fokussieren. Ohne Umschweife ging es in die Pizzeria: als Vorspeise aßen wir eine Pizza, Salat und Suppe; der Hauptgang bestand aus Nudeln.


Am Samstag stand ein Regenerationstag an und wir nutzten ihn durch eine kürzere Ausfahrt auf den „Rittisberg“. Hervorragend gestärkt und in der Sonne diverse Powernaps abhaltend wurden an diesem Tag lediglich 1200kcal bei 26km und 850Hm verbrannt. Dafür konnte der Abend mit dem Champions-League-Finale und wiederum gutem Essen ausklingen.


Sonntags wollten wir nichts mehr riskieren: für Mountainbikes eher artfremd nutzten wir Asphalt und Forststraßen zu den Giglachseen. Der Vortrieb auf den wirklich sehr steilen Straßen wurde nur durch die bewirtete Ursprungalm und deren Würstelsuppen gebremst, ehe wir auf Schneefelder stießen. Die rasante Abfahrt wurde für frisch aus dem Bergbach gefischte Forellen unterbrochen.


Somit kamen alle Teilnehmer auf ihre Kosten und die Gruppe war sich am Ende einig: Es war ein tolles, wenn auch herausforderndes Wochenende und hätte nicht besser organisiert sein können.






Montag, 9. Juli 2012

trail hunt'12 - der mtb trip

Mountainbiken im Socatal und die Theorie vom rasierten Rennradlerbein

 

Freitagmittag startete unser Trip ins slowenische Soca Tal. Die Gruppe war bunt gemischt und bestand sowohl aus absolut Ortsunkundigen, zu denen ich auch mich zählen darf, und ein paar guten Kennern der Gegend.
So war der angepeilte Campingplatz Vili in Volarje kein Zufallstreffer, sondern eine sehr gute Wahl. Der Chef persönlich hat uns nach dem Aufstellen der Zelte kulinarisch verwöhnt. Ćevapčići in Slowenien, das hat schon was. Dazu ein Vorspeisenteller, bei dem man daran erinnert wird, dass die italienische Grenze nicht weit ist. Das musikalische Programm war schwer Sixties lastig, wie eine Folge aus "Wunderbare Jahre" aber in Spielfilmlänge.

Die italienische Grenze war auch unser Ziel für den Samstag. Genauer gesagt war es der Matajur, dessen Gipfel sich genau auf der Grenze zwischen Italien und Slowenien befindet. Bis zur Abfahrt hat es etwas länger gedauert als geplant, so richtig rund lief es halt zur frühen Stunde doch nicht. Zum Einfahren passte die Asphaltstrasse ab Livek sehr gut, bald wurde daraus eine Schotterstrasse, die aber gut zu fahren war. Immer mehr änderte sich der Belag zuerst in einen breiten Wiesenweg, der sehr schön war, später dann aber immer schmaler und auch steiler wurde, bis er sich in einen erdigen Trail verwandelt hatte.
Zu der Zeit befanden wir uns bereits knapp unterhalb des Gipfels.
Die letzten Meter sind unfahrbar, behaupte ich jetzt einfach mal. Möglicherweise gibt es Leute, die so was fahren, vorstellen kann ich mir das aber nicht so richtig.
Die Gipfelrast war angenehm - das Panorama genial und die Sonne noch nicht so stark, wie befürchtet. Perfekt für ein kleines Nickerchen! Auch waren sehr wenige Leute unterwegs - ein Biker und eine Handvoll Wanderer, das war's.

Während der Rast hat Rene wieder einen Trail ausgemacht, den er unbedingt probieren wollte. Nach kurzer Absprache und gemeinsamem Start haben wir uns etwa 300 Höhenmeter unterhalb des Gipfels von ihm getrennt, wobei wir uns im Wesentlichen an den ursprünglichen Routenplan gehalten haben.
Der obere Teil der Abfahrt war zwischendurch recht steinig, zwar nicht außergewöhnlich schwierig, aber doch trickreich, da Hindernisse durch Bewuchs und später Licht-Schatten Wechsel teilweise schwer erkennbar waren und es topografisch kaum Gelegenheit zu Verschnaufpausen gab. So waren einige kleine Ausrutscher da und dort eigentlich vorprogrammiert aber Gott sei Dank ohne große Folgen. Weiter unten mündete der Weg in eine Asphaltstrasse, der wir bis zur nächsten Abzweigung folgten, wo Rene bereits auf uns wartete. Temperaturmäßig hatte es mittlerweile ordentlich zugelegt, was irgendwie nicht so recht mit der Schutzbekleidung zusammenpassen wollte.

Der nächste Teil der Route war ein Trail von der feineren Sorte, schön flowig und von der Schwierigkeit eigentlich genau passend. Einzig der stellenweise sehr durchfeuchtete und schmierige, seifige Untergrund hat das Vergnügen etwas getrübt und die Anforderungen hoch gehalten. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, dass Matthias mit einem Teil der Gruppe vorher bereits beschlossen hatte, diesen Trail auszulassen und weiter auf der Strasse abzufahren,  gab es doch auf dem Trail wieder ein paar Ausrutscher, die teilweise recht schmerzhaft waren.


Weiter unten wurde der Trail wieder breiter bis er im italienischen Savogna endete. Die etwa 15 Kilometer lange Rückfahrt auf Asphalt blieb uns erspart, da wir vor der Abfahrt bereits ein Auto hier abgestellt hatten. Matthias' Gruppe war vor uns in Savogna und hatte in der Zwischenzeit bereits die restlichen Fahrzeuge aus Livek geholt. Die Verkehrskontrolle kurz vorher hat bei den amtshandelnden Carabinieri für etwas Verwirrung gesorgt: PKW in Ö zugelassen - im Fahrzeug keine Spur vom Fahrzeughalter - dafür ein weiterer Österreicher am Steuer, der nicht zum Zulassungsschein passt und zwei Spanier. Glück für mich - ich hätte zwar als Fahrzeughalter gepasst, hätte aber keinen Reisepass dabeigehabt ...
Der Rest des Tages war auch sehr angenehm - Baden in der Soca, gegrillte Forelle zum Abendessen und eine kleine Jam Session am Lagerfeuer. Dabei stellte sich heraus, dass Thomas zwar etwas aus der Übung ist, aber trotzdem super Gitarre spielt und Maria toll singen kann. Wenn da nicht der Wecker schon wieder für 7 Uhr gestellt gewesen wäre, hätte das ganze sicher noch länger gedauert.

Für Sonntag war eine Tour zur Kapella Bes geplant, eine Kapelle unterhalb des Krn zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Die Auffahrt erfolgte zwar zum überwiegenden Teil auf Asphalt, anstrengend war es aber trotzdem. Die Sonne hatte deutlich mehr Kraft als am Vortag und der Teerbelag wirkt bei solchen Bedingungen meist auch nicht gerade als Kühlkörper. Am Ende der Asphaltstrasse nutzten wir die Gelegenheit auf eine kurze Rast bei der Kuhinja Hütte. Dort warteten außerdem Rocío und Carlos auf uns, die dankenswerterweise von Rene geshuttled wurden um etwas Kraft zu sparen. Rene hatte an diesem Tag Hundekinderdienst, am Vortag war Maria mit der kleinen Rika bereits auf Entenjagd.

Der weitere Anstieg war recht knackig, zuerst loser Schotter später teilweise verblockter Wanderweg bis zum höchsten Punkt, einem topographisch unspektakulären Sattel südlich des Krn. Nach einer kurzen Abfahrt kamen wir zur Kapella Bes, wo der Genuss des Panoramas gleich mit einer Riegel- und Fotopause kombiniert wurde. Und ebendort erklärte uns Thomas, das der Grund für die traditionell glattrasierten Rennradlerbeine die Firma Gillette sei, die in den Anfängen der Tour de France Hauptsponsor gewesen sein soll. Die Geschichte hat er mit einem derartigen Ernst vorgetragen, dass ihm das alle geglaubt hätten, wenn er nicht selber für Aufklärung gesorgt hätte.


Keine Zeit zum Einfahren gab es dann wieder auf der Abfahrt, der Weg schlängelte sich steil und in kurz aufeinander folgenden engen Kurven die ersten Meter unter der Kapelle entlang. Etwas weiter unten, nach einer schönen Wiesenquerung wurde der Weg breiter und etwas flacher und führte in Serpentinen durch den Wald. Teilweise war auch hier der Untergrund etwas feucht und das war vermutlich auch der Grund dafür das Rocío kurz vor Ende der Schotterstrasse das Vorderrad ansatzlos weggerutscht ist und sie zu Sturz gekommen ist. Schulter, Wange und Handgelenk schmerzten stark und da nicht erkennbar war, wie schwer die Verletzungen und der Schock wirklich waren, beschlossen wir, ein Auto für die Rückfahrt vom Campingplatz zu holen.




Unser geplanter Abfahrttermin hat sich dadurch zwar etwas verzögert, viel wichtiger war aber, dass beim Zusammenpacken die Beweglichkeit von Rocíos Schulter bereits etwas besser war, was darauf hoffen ließ, dass vielleicht doch keine größeren Folgen zurückbleiben würden. Eine Abklärung am LKH noch am selben Abend war aber sicherheitshalber notwendig und bestätigte diese Hoffnung.

Abgesehen von diesem Zwischenfall war es ein rundum gelungenes Bike Wochenende - perfekt organisiert und geplant - Danke!

Mittwoch, 28. September 2011

trail hunt 'II











letztes wochenende ( 23.o9 - 25.o9 ) machten wir uns zu 9. auf den weg ins soca-tal (slowenien). der herbst ist ja bekanntlich die beste zeit zum biken: angenehme temperaturen, tolle fernsicht, die natur schillert in allen farben, deruntergrund ist meist trocken und man hat am ende der saison schon aureichend kondition für einen 'ordentlichen' berg. und wenn man nicht gerade seinen schlafsack vergessen hat ist es auch am campingplatz noch gut auszuhalten ;)



der startschuss in ein traumhaftes wochenende war ein gemütliches und hervorragendes abendessen mit den allerbestesten forellen wo gibt. von vili persönlich mit hand gefischt und mit viel liebe zubereitet. und während man so die fischreste an die vielen jungen katzen verfüttert, vergisst man glatt, was einen 4h zuvor in graz noch alles hat stre
ssen können. mit vollem bauch und müde von der woche haben wir uns dann aber recht bald in unsere zelte verzogen. außerdem wollten wir am nächsten tag ja früh raus für unsere tour.


an dieser stelle muss ein wort zum campingplatz sein: er ist definitiv nichts für personen, die sich nicht gern bekochen lassen, eine aversion gegen katzen / hunde / gänse / hasen haben, das glucksen eines bächleins beim einschlafen als störend empfinden, nicht gerne pink floyd von schallplatten beim zähneputzen hören od es sonst in irgenendeiner weise permanent eilig haben. alle anderen werden sich jedoch pudelwohl fühlen.


am samstag nahmen wir dann den stol in angriff mit startpunkt in kobarid. 46km und 145o hm, die auffahrt auf der südseite ist im sommer garantiert nicht zu empfehlen, der fehlende schatten über der baumgrenze hat uns selbst jetzt noch zugesetzt. aber irgendwann kommt man immer oben an und wir wurden mit einem traumhaften panorama belohnt. der stol ist auch ein beliebter startpunkt für paragleiter. wir haben uns oben in die wiese gelegt, die seele baumeln lassen und den seglern nachgeschaut. danach durften wir den ganzen bergrücken abfahren, immer begleitet von herrlicher aussicht, vorbei an schafherden und durch kleine laubwäldchen. im südlichen socatal gibt es fast ausschließlich laubwald bis zur baumgrenze. daran erkennt man, dass
man sich doch deutlich weiter im süden befindet und dass das mediterrane klima grüßen lässt.




der trail der dann vom bergrücken wieder ins tal hinuntergeführt hat, war zwar stellenweise schwerer als erwartet, aber man hat auch die möglichkeit auf eine forststraße auszuweichen. im tal gings dann direkt an der soca ein schotterweg zurück nach kobarid.


am sonntag entschieden wir uns für eine kleine aber feine runde mit startpunkt in der nähe von bovec.
am parkplatz haben wir dann auch noch die bekanntschaft zweier velochicks die uns mit der frage "seid's ihr die vom alpenverein?" erstmal verblüfften. des rätsels lösung: facebook. an dieser stelle liebe grüße an gabi und gabriele nach münchen!




fast hauptsächlich auf trails gings dann bergauf und bergab zur kluze richtung predil-pass, einem während des I. weltkriegs hart umkämpften fleckchen erde zwischen italien und österreich-ungarn. der rückweg führte uns direkt ans flussbett der koritnica, über hängebrücken und durch wälder mit fast magischen lichtspielen. und die grinser in den gesichtern verrieten, dass sich der flow schon allgemein eingestellt hatte. die kälteresistenten wollten es dann nochmal wissen und warfen sich in die eisigen soca-fluten. leider hieß es danach schon wieder räder einpacken und nach einem abschließenden kaffeetscherl in bovec gings zurück nach graz.



danke an alle für ein gelungenes, entspanntes und traumhaftes bike-wochenende!
maria




Sonntag, 28. November 2010

snow-ride auf den schöckl, 28.II.Io


was gibt's schöneres als einem winterspaziergang im schneetreiben? das selbe mit dem rad! passend zum 1. adventsonntag haben wir einen snow-ride auf den schöckel gemacht. nach anfänglichen zeit-diskrepanzen (halb 11 ist nicht gleich 11:30, gell roland?) machten wir uns auf den weg richtung stattegg und über den wanderweg in buch zum langen weg und den rest dann über die alte mautstraße hinauf. ein bisserl schnee ist noch von freitag gelgen und mitten am langen weg hat es dann so richtig zu schneien begonnen.

bei der halterhütte waren wir alle eiszapfen, angefangen von den fingern und zehen die in der nähe des kachlofens nur langsam wieder aufgetaut sind. aber es gibt nichts gmütlicheres, als bei schneetreiben in der hütte zu sitzen und einen guten teller sterz mit suppe vor der nase zu haben!

jedenfalls motivieren strudel und vanillesoße mitsamt der wohligen wärme sehr und wir haben uns dann auch noch richtung gipfel aufgemacht. mit 4 schichten (inklusive skiunterwäsche und hardshell) und neoprenüberzieher für die schuhe war's dann gar nicht so kalt wie befürchtet. bzw war die abfahrt über die gipfelwiese so actiongeladen, da is es mir sowieso recht heiß geworden ;) in der stunde, die wir in der halterhütte gesessen sind, hat es näml. ganz schön was drauf geschneit, ingesamt warn's bestimmt schon so an die 8cm frischer powder, die auf der straße gelegen sind. und auf der wiese und später dann am forstweg war's auch nicht viel 'besser'. genug schnee, um die steine nicht mehr zu sehn und dann aber ordentlich drauf wegzurutschen. der schnee macht's auch nicht einfacher in die pedale reinzufinden, wenn die cleats komplett zugeeist und verpickt sind.
auf powder hat man wirklich ein ganz neues fahrgefühl und der gleichgewichtssinn wird ziemlich gefordert!


beim runterfahrn warn unsere spuren vom rauffahren schon längst verschneit, wir schafften's grad noch beim letzten rest tageslicht in die stadt zurückzukommen. in der dämmerung mit den vielen schneeflocken warn wir ganz eindeutig im winterwonderland!

und so zufrieden schaut man nach einem snow-ride trotz der kälte aus der wäsche. kann ich jeder/m nur von herzen empfehlen! und das beste zum schluß - die winterbikesaison hat ja gerade erst angefangen :)

Dienstag, 14. September 2010

bike & hike 'Io - TransAlp





vom o6.o8.Io bis I3.o8.Io ging wieder der mountainbike urlaub über die bühne.
die hauptdarsteller waren junge motivierte biker aus der sektion, auffallend dabei die zusammensetzung der gruppe: obwohl mountainbiken eigenltich ein stark männlich dominierter sport ist, hatten wir eine frauenquote von 50% (und diese 50% hatten's in sich :) !)

geplant und geguided wurde wieder von rene mit GPS, der diesmal die route 'dolomiti superbike', vorgeschlagen im buch TransAlp von ulrich stanciu, wählte.

ein GPS kann ich jedem transalper nur empfehlen -
wir waren auf trails und wegen unterwegs, die man auf keiner karte findet und deren verlauf man nicht einmal erahnen würde - insider schleichwegerl sozusagen. kartenlesende alpencrosser mussten auf den asphaltstraßen die täler hinausrollen und bekamen wahrscheinlich nicht halb soviel von der schönen gegend mit, während wir genüsslich durch bauernhöfe und waldstücke sowie über felder und wiesen radelten.

die stolzen hard facts gleich zu beginn:

die route führte
von kufstein wo wir unsere autos stehen ließen (original bayrischzell) vorbei an kitzbühel in den pinzgau und in die hohen tauern, von dort über den krimmler tauernpass nach südtirol weiter ins ahrntal und über bruneck ins pustertal. vom pustertal aus nach süden weiter durch die dolomiten über cortina und an den cinque torri vorbei nach alleghe. schließlich nach westen ins etschtal wo auer das routenziel markiert. wir radelten noch auf die gegenüberliegende talseite nach tramin und genossen einen gemütlichen abend in dem reizenden ort bevor wir mit dem zug von auer wieder retour nach kufstein fuhren.

statistik:
  • gefahrene gesamtkilometer: 394.88 km
  • gefahrenehöhenmeter bergauf: Io 62o hm
  • gefahrene höhenmeter bergab: ca. II ooo hm
  • fahrzeit gesamt: 36 h 54 min
  • davon schieben / tragen: ca 5 h
  • höchster punkt: krimmler tauernpass (2634 m)
  • traumhafteste abfahrt: Iooo hm trail vom monte fertazza nach alleghe
  • sturz-count: 5 (aber nix passiert ;) )
  • beste und tollste unterkunft: käserei baumgartenalm (A-5733 bramberg)
  • teuerste unterkunft: hotel argentina *** (cortina): 75 € hp
  • niedrigste temperatur und miesestes wetter: 6°C + regen + wind am pengelstein (nähe hahnenkamm)
  • beliebtester drogerieartikel: sixtufit popocreme
  • nützlichstes kleidungsstück: regenjacke

tag o:
da man beim biken ohnehin sein ganzes leben für eine woche in einem 30l rucksack transportieren muss, reist man wenigstens mit kleinem gepäck. wir verstauten 6 personen samt bikes und gepäck in nur 2 autos und fuhren nach kufstein wo wir bei heidi übernachten konnten und auch die autos für die kommende woche parken durften.

tag I:
75.32 km / 29oI hm / o8:Io:5o h / Ø 9.2 km/h
kufstein - schwoich - söll - hochbrixen - bixen im thale - kirchberg - fleckalm - ehrenbachhöhe - pengelstein - rettenbachalm - stangenjoch - baumgartenalm

schon fast typisch für diesen sommer regnete es bei der abfahrt. doch wir waren optimistisch, laut wetterbericht sollte es ja schon bald schöner werden. dass der wetterbericht sich allerdings um gut einen halbtag geirrt hatte, wussten wir zu diesem zeitpunkt noch nicht. wirklich schöner wurde es nämlich erst am abend. also strampelten wir den ganzen tag mit dem ungewohnt schweren rucksack ohne dafür mit dem panorama des wilden kaisers belohnt zu werden. ich musste mir manchmal vorsagen: 'du machst das freiwillig, du bist im urlaub!', denn die unfreundlichen wetter-bedingungen stimmten so gar nicht mit dem bild der transalp überein, das ich mir voller vorfreude vor meinem geistigen auge schon zusammengezimmert hatte. dafür aber erwartete uns der wirt der baumgarten alm am abnd schon vor der hütte mit einem schnaps und beim anblick der gemütlichen käserei von innen war unsere gute laune schlagartig wieder hergestellt. habt ihr eigentlich schon einmal in einer hütte übernachtet, wo der wirt am abend ins tal fährt, euch zeigt wo ihr den schlüssel verstecken sollt und zum thema abrechnen nur sagt: "legts ma anfoch so vü ins ladl wie's mants." und hat es in dieser hütte auch eine schatzkammer gegeben mit unmengen an göttlichem bergkäse?











tag 2:
45.55 km / IIo4 hm / o3:29:52 h / Ø I3.o km/h
baumgartenalm - bramberg - neukirchen am großvenediger - krimml - krimmler tauernhaus

den zweiten tag gingen wir wesentlich gemütlicher an. erstens hat die monster-etappe des vortags ihre spuren hintelassen und zweitens war die hütte so gemütlich, da musste das ausgiebige frühstück einfach sein. der verspätete start am morgen war dann aber auch mit ein grund, warum wir nur bis zum Krimmler Tauernhaus fuhren und nicht wie geplant über den Pass auch noch drüber.

da es sonntag war und dementsprechende massen an touristen bei den krimmler wasserfällen waren, beäugten wir diese nur aus der ferne und machten uns gleich an die auffahrt in das hochtal der krimmler ache. aber auch dort waren für unseren geschmack viel zu viele leute unterwegs. es gibt nämlich taxi-busse, die menschen mit kinderwägen und fahrrädern die rund 600 hm nach oben karren, damit sie dann ihm hochtal an den romantischen ufern der krimmler ache dem die einsamkeit suchenden biker vors vorderrad springen können. das war das allererste mal, dass ich mir gedacht hab, ich hätte gern eine klingel auf meinem bike. und wenn das sportgeschäft in bruneck dann nicht nur so häßliche modelle gehabt hätte, hätte ich mir auch eine gekauft. aber das ist eine andere geschichte - zurück zur verkürzten zweiten etappe!

wir waren also I. in zeitverzug und haben 2. die distanzen im tal (die wir ja dank gps im zickzack genommen haben) unterschätzt. und dann waren wir natürlich müde und als wir beim tauernhaus waren, war's schon nach mittag. und wir vermuteten, der pass würde je 2 h zum rauf und runtertragen bedeuten, die zeit zur tragepassage hin und die zeit im ahrntal für quartiersuche noch nicht miteingerechnet. nach langem hin und her wurde die gruppe kurzerhand vom alpha-tierchen over'ruled' und wir blieben über nacht. matthias mit seinen everlasting oberschenkel-akkus machte sich noch auf den weg in den talschluss und genoss dort den ausblick auf den gletscherabbruch des krimmlerkees. wir anderen beschäftigten uns mit spazieren gehn, kaffee trinken, schlafen und dem lauschen der noch jungen lebensgeschichte der schwangeren wirts-tochter. glück im unglück: am abend zog das wetter genau über dem pass wieder zu und es schüttete was die wolken nur auslassen konnten. in dieses sauwetter wären wir genau reingekommen.

tag 3:
75.26 km / I43o hm / o6:46:I8 h / Ø I2.5 km/h
krimmler tauernhaus - krimmler tauernpass - ahrntal - sand in taufers - bruneck - olang

der nächste morgen präsentierte sich strahlend blau und wir starteten ganz brav um o7:ooh früh richtung tauernpass. nicht nur weil wir aus unseren fehlern lernen, sondern weil im tauernhaus auch andere (viele andere) biker waren wo wir vermuteten, dass das ziel das selbe war und wir wollten natürlich nicht mitten in einem almauftrieb enden. es waren dann aber doch nicht so viele. beim tauernhaus treffen sich nämlich 2 transalp routen und die dolomiti superbike wie wir sie fuhren schien die weniger beliebte
zu sein. bei herrlicher fernsicht hievten wir unsere räder diesen geschichtsträchtigen saumpfad nach oben. bei der störrigkeit, die ein bike an den tag legen kann wenn man es durch verblocktes gelände schieben möchte, erklärt sich das synonym drahtesel von allein. ich entschied mich dann bald für das meiner meinung nach geringere übel und trug mein rad die letzten 300 hm wie ein verlorenes schaf auf meinem rücken.und dann kam die große überraschung und belohnung:
der weg nach unten ins ahrntal ist im buch wegen breiter wasserrillen als
unfahrbar beschrieben. tatsächlich aber ist der weg fast wie mit großen steinen gepflastert und wenn man vorder und hinterreifen brav über die bis 40 cm breiten spalten 'hob' und dann noch in den schmalen kehren das gleichgewicht behielt, stand einem ungetrübten fahrspass nichts mehr im weg. trotzdem - zwei meiner stürze passierten hier: der vorderreifen hatte sich verkeilt und *plumps* schon bin ich in zeitlupe wie ein sack kartoffeln vom plötzlich stehen gebliebenen bike gepurzelt. nichts desto trotz: ein aboslutes highlight der gsamten tour!


tag 4:
6I.5 km / I5oo hm / o5:38:2I h / Ø Io.9 km/h
olang - plätzwiese - passo cimabanche - cortina d'ampezzo - pocol

kaum am eingang der dolomiten, waren wir auch schon mittendrin. die plätzwiese schien ein ähnlich beliebts ausflugsziel zu sein wie unser schöckel. und mittlerweile hatten wir auch begriffen was 'feragosta' für südtirol und die dolomiten bedeutet: halb italien zwängt sich auf die biertische vor den hütten und genießt die frische bergluft. und die ansässigen tourismusbetriebe stellen sich preislich darauf natürlich ein ;) das bekamen wir am abend in pocol zu spüren. wir dachten - endlich einmal etwas früher dran mit der quartiersuche - wir sind schlau und sparen uns fuer den nächsten tag 300 hm und fahren sie noch am selben tag hinauf nach pocol, einem ort oberhalb von cortina. an der bergstraße gab's genau ein hotel, den preis hatten wir zuvor am telefon falsch verstanden und im prinzip kosteten uns diese paar hm dann knappe 40 euro mehr ;) shit happens. trotzdem - es waren mords anstrengende 300 hm und wir waren alle froh, dass wir sie am nächsten tag schon hinter uns hatten. der versprach nämlich ohnehin schon mühsam zu werden.

und wenn man wirklich müde ist nach einem anstrengenden tag inmitten imposanter bergkulisse (die es einem wirklich verdammt schwer macht, beim biken auf den weg zu schaun!), dann ist einem so ziemlich jedes bett zum schlafen recht.

die temperaturen hatten sich mittlerweile wieder auf 'sommer-urlaub' eingependelt und das einzige gewitter des tages das uns erwischte, haben wir auf der plätzwiese bei kaffee und torte abgewartet. aber auch das noch so schöne panorama und die noch so abwechslungsreiche landschaft konnte mich nicht darüber hinweg täuschen, dass ich jetz schon den 4. tag am rad saß. schön langsam entwickelten meine beine einen eigenen willen, wollten nicht mehr so ganz in der frequenz und kräftigkeit treten wie ich wollte und ich hatte den eindruck als würde ich immer langsamer werden. im nachhinein betrachtet glaube ich aber, dass man mit der zeit einfach beginnt, sich selbst etwas verzerrt wahrzunehmen.

tag 5:
39.9 km / I7oo hm / o4:59:35 h / Ø 7.8 km/h
pocol - rifugio cinque torri - rifugio averau - rifugio fedare - selva die cadore - pescul - monte fertazza - coi - alleghe

von pocol aus ging es zuerst gemütlich und dann bald ordentlich steil hinauf zu den cinque torri. wir waren wieder früh aufgebrochen weil wir wussten, es wartete je ein ordentlicher anstieg am vormittag und am nachmittag auf uns. aber dank der fleißaufgabe am vortag schon etwas entschärft. bei der auffahrt zum rifugio cinque torri überholten uns auf dieser schmalen, steilen straße auffallend viele pkws - alles kletterer wie sich später herausstellte. vom rifugio aus ging es auf einer steilen und für meine müden beine unfahrbaren schotterstraße noch gute 250 hm weiter hinauf zum rifugio averau auf ca 24oo hm. oben angekommen erwartete uns eine baustelle für die neue bergstation des sesselliftes und wieder unzählige italiener die mit eben diesem 'aufgestiegen' waren.

vom rifugio averau bis selva di cadore konnten wir die ersten traum-trails des tages bei traum-bedingungen fahren. danach gings wieder nach oben auf den monte fertazza mit einem traumblick auf den monte cristallo und nach unten auf den see von alleghe. auch hier waren an so einem traum-tag wieder alle lifte in betrieb. das muss soetwas wie eine krankheit sein in den dolomiten. und die italiener haben sich ihrerseits sicher gedacht, die kranken sind wir, wie wir da mit unseren rucksäcken und hochroten köpfen hinaufstrampeln, wo es doch so bequeme sessellifte gibt. jedenfalls erwartete uns am fertazza das zweite große highlight unserer tour: Iooo hm trail abfahrt direkt bis alleghe. der trail führte über almboden, wiesen, durch wald, verlassene und nicht verlassene bauernhöfe, erdigen sowie steinigen untergrund und konnte von steil bis gemütlich abwechselnd alles bieten. wahrscheinlich wegen meiner müdigkeit und der daraus folgenden unkonzentriertheit (bergabfahren ist auch anstrengend!) habe ich dort das 3. mal unfreiwillig die erde geküsst. clip pedale können ganz schön fies sein, wenn man nicht rechtzeitig rauskommt und sich der schwerpunkt überm rad anstatt zum hang hin vom hang weg nach unten in die latschen verlagert ...


tag 6:
Ioo.86 km / I985 hm / o7:48:5I h / Ø I2.8 km/h
alleghe - forcella san tomaso - feder - valt - passo san pellegrino - predazzo - molina - san lugano - auer - tramin

von unserer letzten etappe gibt es fast keine fotos, denn der wettergott hatte uns nur innerhalb der dolomiten lieb. schon am morgen hingen die wolken tief und den ersten anstieg fuhren wir bereits bei strömendem regen. am passo san pellegrino schüttete es so heftig, dass wir schon laut überlegungen anstellten wo wir eventuell busse od bahnverbindungen nach tramin finden könnten. auf die trails vom pass nach unten mussten wir verzichten, wir zogen alles an was wir hatten und nahmen die straße nach unten. wieder ca Iooo hm abfahrt - aber diesmal peitschte es uns das wasser ins gesicht und finger und zehen mutierten in kürzester zeit zu eiszapfen. wir beschlossen uns den allerletzten pass zu schenken und stattdessen auf direktem weg aus dem tal richtung auer zu fahren. das wetter besserte sich soweit, dass die nassen sachen am rucksack einigermassen trocken wurden. doch auf den letzten 2o km und 2oo hm schüttete es noch einmal aus vollen kübeln. aber ineressant, was das wissen kurz vor dem ziel zu sein und die aussicht auf sauberes trockenes gewand ausmachen können: uns war der regen powidl. hose nass? schuhe nass? wen kümmerts, wird am nächsten tag sowieso nicht mehr gebraucht.

in tramin mussten wir uns dank silvana nicht mehr auf quartiersuche begeben. und dank silvana, die mit dem auto nachgekommen war, hatten wir nach dem duschen auch frische 'normale' sachen zum anziehn. und dank silvana's gepäcktransport hatte ich auch endlich wieder richtiges haarshampoo, conditioner, bürste, bodylotion, make-up, ... :)

wir genossen den abend bei wunderbaren speckknödelsuppen, hirtenmakkaroni, grappa, weissen trüffeln und wein in einem südtiroler heurigen und machten uns am nächsten morgen auf die odyssee mit rad+bahn zurück nach kufstein.

hinter uns lag eine anstrengende und tolle woche, vollgepackt mit neuen eindrücken (seelischen wie physikalischen zb am allerwärtesten) ganz ohne gröbere pannen, verletzungen oder verirrungen. nur zufriedene gesichter, vor allem die der transalp-greenhorns, die tour geschafft zu haben.

danke an rene fürs organisieren, danke an silvana für den luxusgütertransport und unterkunftsorganisation! und natürlich auch danke an die gruppe für zusammenhalt und verständnis trotz unterschiedlicher konditionsniveaus :)

baba und bis zum nächsten mal! ms