Montag, 13. Juni 2011

planlos 'II - die (kletter-)fahrt ins blaue


...wo soll ich anfangen??? beim genialen Wetter, beim blauen Meer und der nächtlichen Nacktbade-aktion der Jugend, der tollen Landschaft die vom Fels aus zu bewundern war, dem morgendlichen Slacklinen, dem super leckeren Abschlussessen vor der Pizzeria in Slowenien oder vielleicht doch bei den grandiosen Kletterfelsen wegen denen wir ja eigentlich nach Rovinj gefahren sind... ich würd sagen, einfach eines nach dem anderen.


Mittwochabend 1.6.2011 ca 20uhr
...wir machen uns zu fünft im VW Bus auf nach Rovinj. Die Stimmung ist super, jeder kann es kaum erwarten am nächsten Tag im Fels zu hängen.
Wir waren so gegen Mitternacht da und hörten vom Pförtner nur: 7 o´clock, 7 o´clock,…., parking, parking,... damit stand fest, dass sich jeder ein Schlafplätzchen auf dem Parkplatz suchen musste - Dorian & Silvia haben im Zelt auf der Wiese geschlafen, Harry& Verena im Bus und die Veronika hat sich ihre Hängematte zwischen zwei Pfeilern gespannt.
Am nächsten Morgen haben uns leider nicht nur die Sonnenstrahlen geweckt, sondern vor allem die lauten italienischen und deutschen Pensionisten. Wir haben uns dann für den kleineren und gemütlicheren Campingplatz (Porto Sole) genau daneben entschieden und ein tolles Plätzchen für uns alle gefunden. Denn wir haben ja gegen Mittag noch Verstärkung bekommen: ein Auto mit Ralph, Bernie & Johannes und eines mit Timon & Sarah.
Als wir dann alle vollzählig waren, konnte es endlich losgehen... unser erstes Ziel Limski Kanal Sektor A.




Nach morgendlichem Slacklinen haben wir uns am zweiten Tag nach Rovinj gewagt, obwohl dort gerade ein Festival im Gange war. Das Festival war weniger das Problem, aber wie sich rausstellte, hatten viele andere Kletterer dieselbe Idee wie wir und somit war im Platten-Klettergarten kaum noch ne Route frei und es war auch viel zu heiß - da hat das Meer lauter gerufen als der Fels… und dann kam die Mittagsmüdigkeit…

Bis zum frühen Nachmittag habe wir es ausgehalten, aber dann haben wir uns auf den Rückweg gemacht…

…und sind wieder zum Limski Kanal gefahren - diesmal zum Sektor B und C. Die Aussicht von den Felsen war super - wie aus unserem Fotoshooting ersichtlich:











Am dritten Tag sind wir nach Pazin gefahren, ein Klettergebiet von dem geschwärmt wurde, und dort hatten wir neben den Kletterfelsen einen tollen Badesee…

…zu den Felsen zu gelangen war allerdings eine kleine Herausforderung oder auch ne große, wenn man will :) Die Routen um den See herum waren sehr kurz und somit war der See interessanter als das Klettern. Wir sind dann alle, oder besser fast alle J, ca. 6-7 Meter in den See gesprungen….

… außer Timon, der wollte sich seine Badehose nicht nass machen J
Am Abend sind wir alle gemeinsam essen gegangen - in ein nettes kleines Restaurant in Vrsar.

Wir haben aber festgestellt, dass unser Selbstgekochtes am Campingkocher viel leckerer ist.

Aber das Beste kam erst auf den Heimweg - nacktes junges Fleisch auf der Kinderrutsche im Wasser J - das mit dem Bouldern am Wasserturm muss der Harry noch ein bissl üben, aber wir anderen am Strand haben uns köstlich amüsiert.


Der vierte Tag war mit Abstand der Beste - zumindest für mich. Wir sind nach Dvigrad gefahren und dort gab es vier Sektoren gleich nebeneinander - keine Flüsse zu überqueren, ein Bilderbuch-zustieg und super Fels!


Dort war für jeden was dabei...und am Ende wollten wir gar nicht wieder nach Hause fahren, aber irgendwann musste es dann sein, denn einige von uns mussten Montagfrüh aufstehen und arbeiten. Am Ende wurde die Reise aber doch länger als geplant, denn viele Urlauber haben mit uns die Rückreise angetreten. Wir haben den Stau dann ausgenutzt und im Bus alles vorbereitet um auf dem Parkplatz einer Pizzeria noch ein letztes Mal groß aufzukochen. Es war sooooo lecker… ein toller Abschluss für einen tollen Kurzurlaub.

Klettern, klettern, klettern….





















































Jetzt verraten wir euch noch unser kleines Geheimnis J

Dank Ralph´s Zaubersalbe konnten wir 4 Tag klettern ohne Fingerweh - man muss nur dran glauben…












Ich danke euch allen für diese tolle Reise und ich hoffe, auf baldiges Wiedersehen…

Sonntag, 15. Mai 2011

Großglockner - Mayerlrampe 8.+9.5.II



Wieder einmal geht´s von der Franz-Josefs-Höhe den nervigen Zustieg zum Glocknerbiwak hoch. Dieses Mal ist Martin, ein junger Kletterpartner aus der Obersteiermark, mit dabei. Nach einer Stunde zieht das Wetter zu und es beginnt zu schneien. Bei der gut ausgetretenen Spur kann man sich aber nicht verlaufen und so sind wir nach drei Stunden am Biwak. Dieses ist für 8 Personen ausgelegt und mit 10 Bergsteigern schon gut gefüllt.


Naja, was soll´s? Wir geben uns mit dem Kochschemel als Schlafplatz zufrieden und stellen uns auf eine lange Nacht ein.

6 Bergsteiger wollen morgen wie wir in die Mayerlrampe einsteigen, 2 in die Pallavicini, was die übrigen 7 Bergsteiger die draußen biwakieren, machen wollen wissen wir nicht. Also mal taktieren…

Es wird wirklich eine laaaaaange Nacht. Erst als die Palla-Anwärter um 2 Uhr starten haben wir mehr Platz und dösen weg. Kurz nach 4 Uhr gehen die ersten zur Mayerl und wir beginnen Tee aufzuwärmen und eine Kleinigkeit zu frühstücken. Um 4 Uhr 45 geht’s für uns los.

Schnell sind wir beim Bergschrund und seilfrei geht es die Einstiegsrinne hoch. Bald danach holen wir die Seilschaft vor uns ein, die bis hierher gute Spurarbeit geleistet hat ;) Wir überholen schnell und spuren die letzten Meter zur eigentlichen Rampe.

Da die nächsten 200 Meter komplett blank sind, kommt das Seil raus und ich starte in die erste Länge. Mann ist das Eis hart! Mir kommt vor, als würde ich auf Fensterglas rumpickeln. Die Unterschenkel brennen schon nach der ersten Länge.

Danach ist das Eis aber besser eingepickelt und wir kommen zügig voran. Obwohl sich teilweise nur kurze Schrauben drehen lassen ist die Absicherung ok und schön langsam kommt auch das Feeling fürs Eisklettern zurück. Die Vorletzte, der 5 Längen wird mit 70 Grad ein bisschen steiler, lässt sich aber auch problemlos klettern. Mittlerweile kommt auch schon die Sonne in die Rampe, trotzdem ist es durch den Wind ziemlich kalt.

Als wir auf der Grögerschneid aussteigen ist es richtig unangenehm. Daher nur schnell eine Jacke drüber, ein paar Schluck Tee und weiter zum Nordwest-Grat der zum Gipfel zieht.


Der Grat bietet trotz leichter Schneeauflage schöne Kletterei bis zum dritten Schwierigkeitsgrad und lässt sich bei Bedarf gut absichern. Zum Ende hin wird der Grat flacher und da der Wind nun deutlich nachgelassen hat genießen wir die letzten Meter zum Gipfel.

Dort angekommen stellen wir fest, dass wir heute die Ersten sind und weit und breit keine anderen Bergsteiger in Sicht. Also Ruhe und Sonne auskosten, essen und trinken und das obligatorische Gipfelfoto knipsen.

Der Abstieg geht dann schnell. Ohne Gegenverkehr bis zum Glocknerleitl, wo die ersten Bergsteiger am Normalweg entgegenkommen und weiter über den ersten, steileren Teil des Hoffmannkees. Danach kommt das Seil in den Rucksack und das Plastiksackerl raus. Draufsetzen – und ab geht die Post! So schnell war ich noch nie auf der Pasterze unten. Was sich wohl die Touris auf der Franz-Josefs-Höhe denken?? Zum Abschluss noch der elende Gegenanstieg zum Parkhaus hoch. Hilft eh nix – Kopf abstellen und gehen! Um halb 12 sitzen wir schon im Wintergarten des Glocknerhauses und lassen bei phantastischem Ausblick und leckerem Mittagsmenü die großartige Runde Revue passieren.

Verwendetes Material: 50 Meter Einfachseil, 3 Expressen, 7 Schrauben (3 kurze), 2 kleine Friends

go south // der klettertrip



go south II`
der klettertrip I4.05.II

in der auswahl der klettergebiete und in den erzählungen über die tollen felsen und die genialen routen scheint es oft, dass kletter/innen ihre unternehmungen gerade eben nur von diesem hauptelement „fels“ abhängig machen. doch auch bei diesem trip, durften wir unserer größten abhängikeit schon in den vorbereitungen intensiv ins auge blicken: dem wetter.

die zentrale frage: „wird’s regnen?“ gesellt sich in den mittelpunkt unserer runde. die wetterberichte sagen ja – unsere kribbeligen finger wünschen sich nein,…

der wetterbericht sollte recht behalten und somit verkürzte sich unser tripp auf einen tag – auf einen l a n g e n fleißigen, lustigen, sonnigen klettertag, in den gefühlt gleich zwei tage gepackt wurden.

ein teil des restes der bande :-)

ein teil von uns reiste schon freitags teils mit dem rad an – der rest der bande folgte samstag morgen. wieder einmal durften die camper unter uns die gastfreundschaft und gute bewirtung der bäuerin am „campingplatz“ genießen.

kotecnik lässt unsere kletterherzen nicht nur höher schlagen, weil man unter den fingern wunderschönen kalk spüren darf und es von graz gar nicht weit zu fahren ist. überzeugend ist einfach auch die riesen auswahl: 11 sektoren mit 297 routen von 4b bis mind. 8b+

sektor A trapez

da die sonne morgens noch nicht so stark war – nützen wir die gelegenheit und statteten dem sektor A "trapez" einen besuch ab.














es wichtig, die dinge im richtigen blickwinkel zu betrachten

am nachmittag besuchten wir noch sektor J "pisani svet", der unsere heißen gemüter durch den schatten etwas abkühlte und uns noch mit seinen sehr schönen, langen touren begeisterte.

auf grund der schlechten wettervorhersage brachen wir abends die zelte ab (bzw. erst gar nicht auf), ließen bei pizza, pasta und meeresfrüchte unseren schönen tag ausklingen und machten uns dann wieder auf den heimweg! aber keine sorge, wir kommen bald wieder,…








denn das gute liegt so nah.

Montag, 18. April 2011

Zanzara - Colodri

Es stand wieder einmal ein Kurzurlaub am Gardasee an. Zur Abwechslung gab es auch mal richtig schönes Wetter.
Um nicht nur in den kurzen Wänden herumzuhängen schlug ich Manni die Zanzara am Colodri vor, wovon er sich auch recht schnell begeistern ließ.

Nach einem gemütlichen Frühstück und einem 5 minütigen Zustieg vom Campingplatz steht man auch schon unter dem mächtigen Pfeiler der schon ein wenig überhängend herunterlacht.
Die körpereigenen Wasserreserven werden noch einmal richtig aufgefüllt, mehr als einen halben Liter will ich ob der doch recht anspruchsvollen Längen nicht am Gurt hängen haben, ehe es noch gemütlich zum ersten Stand geht.
Relativ leicht geht es bis zum orangen Wandteil wo einem gleich einmal klar wird was gespielt wird.


An zum Teil richtig kleinen Leisten und schlechten Tritten geht es schräg nach oben.
Die Länge stellt sich als gehöriger Kaltstart heraus und schiebt für eine 6b+ ganz schön an, 6c könnts meiner Meinung nach schon sein.




Schon hier muss man den Erstbegehern Respekt zollen, es braucht sicher schon einiges an Scheid um in eine solch pralle Wand hineinzuklettern.

Es folgen auch schon die Schlüssellängen. Die 7a+ Länge geht unten schon schön steil an und bietet athletische Züge an brauchbaren Leisten. Oben lässt sich Manni etwas von den Magnesiaspuren in die Irre leiten und bleibt etwas zu lange im Schrägriss, anstatt an Leisten nach links zu kletter was nach zwei Abflügen aber dann schon erkannt wird.


Ich sitze weiter unten einmal, da ich in das „gute“ Zweifingerloch nur einen meiner dicken Finger quetschen kann. Ansonsten läufts ganz gut und so kann ich mich ohne allzu große Probleme zum Stand hochkämpfen, wenngleich es bis oben schon kräftig pumpt und echt knapp am Abtropfen bin.

Die Quergangslänge geht recht gut an, man wird immer wieder mit einem großen Griff belohnt, ehe nach der Hälfte eine völlig glatte Stelle kommt. Ideenlos ziehe ich mich an einer Expresschlinge hinüber. Der Rest wartet noch mit dem ein oder andren Anreiber auf präsentiert sich dann aber schon wieder eine Spur durchschaubarer.






Noch eine 7a Länge die nach einer wilden Plattenstelle wieder in steilere Kletterei übergeht. Oben nehmen die Hakenabstände direkt proportional zur Griffgröße zu – wirklich schlimm wird’s aber nicht und das Sturzgelände wäre ohnehin recht angenehm.
Die nun folgende 6a Länge aufs Band ist noch mal richtig fordernd und würde von mir wohl leicht einen ganzen Buchstaben mehr verdienen. Sei es deswegen oder auf Grund meines Laktatüberschusses aus der vorhergehenden Länge, auf jeden Fall geh ich gleich zu Beginn knapp am Abflug vorbei und kämpfe mich ganz schön zum Stand rauf. Insgesamt war dies für mich die anstrengendste Länge der ganzen Tour :D.
Deshalb gibt’s am Band auch einmal ein paar Schokoriegel und ein paar Schluck Wasser. Etwas gestärkt gehe ich dann die paar leichten Meter zum nächsten Stand gleich vor, ehe man in den oberen Wandteil startet.

Oben komm ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Kletterei ist schöner wohl kaum mehr vorstellbar. Von Tropfloch zu Tropfloch geht es in technisch anspruchsvoller Kletterei höher.


Wirklich geschenkt ist kein einziger Meter, aber dennoch findet sich immer wieder ein Griff.
Die Hakenabstände sind hier auch etwas weiter, keineswegs gefährlich, aber schon so, dass man die Schwierigkeiten recht obligatorisch klettern muss.


Eine recht lange Länge mit ein paar gemeinen Stellen, die sich aber immer wieder ganz gut auflösen, folgt.


Teilweise ist schon Entschlusskraft gefordert um von den guten Griffen wegzuklettern. Der Weiterweg ist meist nicht ganz offensichtlich und so muss man sich bei der Richtungswahl ein wenig auf den Kletterinstinkt verlassen. Tatsächlich findet sich zum Glück dann schon noch immer ein verstecktes Leistchen.


Über eine athletische aber großgriffige Verschneidung geht es ins leichte Ausstiegsgelände und schließlich auf den Gipfel.
Der Abstieg erfolgt wieder einmal über den Klettersteig und so ist man schnell wieder unten.
Noch schnell den Rucksack abholen, das Tageswerk begutachten und auf zum Abendessen :).


Infos:
300hm, 14 SL
Maximal 7a+, recht anhaltend 6b/+ . Generell gibt es von unten bis oben eigentlich keine lockere Seillänge und es ist tatsächlich immer fordernde Kletterei. Ich denke so 6c wird obligatorisch wohl schon zum Klettern sein. Ein bisserl mehr schadet aber nicht, will man die Tour wirklich genießen und sich nicht von Haken zu Haken fürchten müssen.
12 Expressen sind ausreichend, die Tour ist durchwegs ausreichend mit Bohrhaken versichert.