Donnerstag, 16. August 2012

frankenstein 'I2 - der klettertrip ins frankenjura

Das Frankenjura liegt, auch wenn das die Franken nicht gerne hören, im nördlichen Bayern. Das Gebiet ist durchsetzt von Flesabbrüchen und freistehenden Felstürmen, die seit den frühen 80ern von Größen wie Kurt Albert mit Sportkletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden versehen wurden.


Das erste Auto startete am Mittwoch Abend mit Jakob, Christian, Alex und Johannes von Graz aus. Als Ziel wurde der Campingplatz beim Gasthof Eichler im Trubachtal auserkoren. Der Campingplatz ist wahrscheinlich jedem, der schon klettern in Franken war, unter „Kletteroma Eichler“ ein Begriff. Leider waren wir einige Jahre zu spät, um diese fränkische Koryphäe kennenzulernen, aber der Campingplatz wird von ihren Nachfahren, die ihr in Punkto herzlichkeit um nichts nachstehen sollen, nach den selben Prinzipien weitergeführt. Die Übernachtung ist mit 6€ pro Nase überaus günstig und für Kälteunempfindliche, können sogar 50 Cent pro Dusche gespart werden, was bei viermaligem Duschen einem delikaten Stück Kuchen aus Marthas Backstube entspricht und sich somit allemal rentiert.


Am Donnerstag Vormittag war als Treffpunkt mit dem zweiten Auto (Timon, Sarah, Luisa, Harald) der Klettergarten Weißenstein vereinbart. Schon bei der Hinfahrt, die Scheibenwischer auf höchster Stufe eingeschaltet, war klar, dass heute eine Regenjacke angebracht sein wird. Mit Ausnahme von einigen unbedeutenden Regengüssen konnten wir aber eine schöne und trockene Wand in allen für uns interessanten Schwierigkeitsgraden beklettern. Bei einem, mit Harris Kochkünsten zubereiteten Essen (Tortellini mit Gemüsesauce) und dem Genuss von fränkischer Braukunst ließen wird den Tag bei niederen Temperaturn und sternenklarer Nacht ausklingen.


Am nächsten Tag weckte uns der Regen. Deswegen suchten wir uns ein Gebiet mit überhängendem Charakter. So fuhren wir in die „Grüne Hölle“ und nisteten uns unter einem recht mächtigen Überhang regengeschützt ein, was bei einigen in gegen null gehender Klettermotivation endete und somit zu einem Nickerchen im Auto führte. Gegen Abend konnten aber, auf Grund des nachlassenden Regens, auch einige leichtere Routen beklettert werden.


Der Samstag führte uns ins, selbst für unseren Lokalmatador Timon, unbekannte Gebiet Förenstein. Die Routen waren eher wenig einladend und die Ausstiege waren fast ausnahmslos nass, was in Kombination mit der Teils recht laschen Absicherung keine gute Kombination darstellte. So zwang uns der nächste Regenguss zu einer Zwangspause unter einem kleinen Vorsprung. Zum Glück hatte Harald „zufällig“ ein paar Dosen mit leckeren Kartoffelgerichten eingesteckt, die noch vor Ort verspeist wurden. 





Ein Stellungswechsel brachte uns zur Schottersmühler Wand. Die recht langen Routen (ca. 25m) waren eine willkommene Abwechslung und konnten bei Sonnenschein geklettert werden.


Am letzten Tag weckte uns zur Abwechslung die Sonne. Doch bei genauerem Hinsehen näherte sich schon, wie könnte es anders sein, eine Regenwolke. Wir hatten gerade noch Zeit alle Sachen in Jakobs Auto zu stopfen bevor ein mächtiger Platzregen über uns hereinbrach. So fiel die Wahl des letzten Klettergebiets auf die Bärenhofer Wand, wo es auch überhängende und somit regengeschützte Passagen gab. Schon beim Zustieg wurde wir von einem Regenguss überrascht und mussten eine Zwangspause mit ausgiebiger Jause in einem gemütlichen Unterstand einlegen.



Nach längerer Sucherei, die ohne die weise Entscheidung von Harald, ein GPS mitzunemhen, wohl noch deutlich länger gedauert hätte, wurde die Wand gefunden und konnte bis auf wenige nasse Route prima beklettert werden.

Direkt von der Bärenhofer Wand machten wir uns, mit einem bis an den Rand mit Gepäck und Insassen vollbeladenen Auto, auf den Heimweg. Wer hätte gedacht, dass in einem Seat fünf Kletterer (Jakob, Alex, Christian, Harald, Johannes) incl. Camping- und Kletterzeug Platz finden. 


In Wels legten wir einen Stopp ein, um Harald abzuladen. Diese Möglichkeit auf ein Abendessen wurde sogleich ergriffen, denn schon das ganze Wochenende war von einem leckeren Schweinebraten zum Abschluss die Rede. So fanden wir uns in der Welser Version des „Gösser“ wieder. 
Schon beim Eintreten wurden wir von Harald vorgewarnt, dass der Service hier wohl nicht den höchsten Standards entsprechen soll und wir wurden nicht enttäuscht. Leider fand sich auf der Karte kein Schweinebraten, so wurde reihum das Menü (Pute) bestellt. Nach der verwirrendsten Servierung der Getränke, die wir je gesehen haben (niemand bekam das was er bestellt hatte) und sonstigen pausenlosen Fehlern seitens des Personals wurde das Essen serviert. Bekommen haben wir...richtig: einen Schweinebraten. Selten hatte man in einem Gasthaus in so kurzer Zeit so viel zu lachen. 

Ein perfekter Abschluss eines, trotz schlechten Wetters, sehr schönen Klettertrips ins Frankenjura.




Montag, 9. Juli 2012

trail hunt'12 - der mtb trip

Mountainbiken im Socatal und die Theorie vom rasierten Rennradlerbein

 

Freitagmittag startete unser Trip ins slowenische Soca Tal. Die Gruppe war bunt gemischt und bestand sowohl aus absolut Ortsunkundigen, zu denen ich auch mich zählen darf, und ein paar guten Kennern der Gegend.
So war der angepeilte Campingplatz Vili in Volarje kein Zufallstreffer, sondern eine sehr gute Wahl. Der Chef persönlich hat uns nach dem Aufstellen der Zelte kulinarisch verwöhnt. Ćevapčići in Slowenien, das hat schon was. Dazu ein Vorspeisenteller, bei dem man daran erinnert wird, dass die italienische Grenze nicht weit ist. Das musikalische Programm war schwer Sixties lastig, wie eine Folge aus "Wunderbare Jahre" aber in Spielfilmlänge.

Die italienische Grenze war auch unser Ziel für den Samstag. Genauer gesagt war es der Matajur, dessen Gipfel sich genau auf der Grenze zwischen Italien und Slowenien befindet. Bis zur Abfahrt hat es etwas länger gedauert als geplant, so richtig rund lief es halt zur frühen Stunde doch nicht. Zum Einfahren passte die Asphaltstrasse ab Livek sehr gut, bald wurde daraus eine Schotterstrasse, die aber gut zu fahren war. Immer mehr änderte sich der Belag zuerst in einen breiten Wiesenweg, der sehr schön war, später dann aber immer schmaler und auch steiler wurde, bis er sich in einen erdigen Trail verwandelt hatte.
Zu der Zeit befanden wir uns bereits knapp unterhalb des Gipfels.
Die letzten Meter sind unfahrbar, behaupte ich jetzt einfach mal. Möglicherweise gibt es Leute, die so was fahren, vorstellen kann ich mir das aber nicht so richtig.
Die Gipfelrast war angenehm - das Panorama genial und die Sonne noch nicht so stark, wie befürchtet. Perfekt für ein kleines Nickerchen! Auch waren sehr wenige Leute unterwegs - ein Biker und eine Handvoll Wanderer, das war's.

Während der Rast hat Rene wieder einen Trail ausgemacht, den er unbedingt probieren wollte. Nach kurzer Absprache und gemeinsamem Start haben wir uns etwa 300 Höhenmeter unterhalb des Gipfels von ihm getrennt, wobei wir uns im Wesentlichen an den ursprünglichen Routenplan gehalten haben.
Der obere Teil der Abfahrt war zwischendurch recht steinig, zwar nicht außergewöhnlich schwierig, aber doch trickreich, da Hindernisse durch Bewuchs und später Licht-Schatten Wechsel teilweise schwer erkennbar waren und es topografisch kaum Gelegenheit zu Verschnaufpausen gab. So waren einige kleine Ausrutscher da und dort eigentlich vorprogrammiert aber Gott sei Dank ohne große Folgen. Weiter unten mündete der Weg in eine Asphaltstrasse, der wir bis zur nächsten Abzweigung folgten, wo Rene bereits auf uns wartete. Temperaturmäßig hatte es mittlerweile ordentlich zugelegt, was irgendwie nicht so recht mit der Schutzbekleidung zusammenpassen wollte.

Der nächste Teil der Route war ein Trail von der feineren Sorte, schön flowig und von der Schwierigkeit eigentlich genau passend. Einzig der stellenweise sehr durchfeuchtete und schmierige, seifige Untergrund hat das Vergnügen etwas getrübt und die Anforderungen hoch gehalten. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, dass Matthias mit einem Teil der Gruppe vorher bereits beschlossen hatte, diesen Trail auszulassen und weiter auf der Strasse abzufahren,  gab es doch auf dem Trail wieder ein paar Ausrutscher, die teilweise recht schmerzhaft waren.


Weiter unten wurde der Trail wieder breiter bis er im italienischen Savogna endete. Die etwa 15 Kilometer lange Rückfahrt auf Asphalt blieb uns erspart, da wir vor der Abfahrt bereits ein Auto hier abgestellt hatten. Matthias' Gruppe war vor uns in Savogna und hatte in der Zwischenzeit bereits die restlichen Fahrzeuge aus Livek geholt. Die Verkehrskontrolle kurz vorher hat bei den amtshandelnden Carabinieri für etwas Verwirrung gesorgt: PKW in Ö zugelassen - im Fahrzeug keine Spur vom Fahrzeughalter - dafür ein weiterer Österreicher am Steuer, der nicht zum Zulassungsschein passt und zwei Spanier. Glück für mich - ich hätte zwar als Fahrzeughalter gepasst, hätte aber keinen Reisepass dabeigehabt ...
Der Rest des Tages war auch sehr angenehm - Baden in der Soca, gegrillte Forelle zum Abendessen und eine kleine Jam Session am Lagerfeuer. Dabei stellte sich heraus, dass Thomas zwar etwas aus der Übung ist, aber trotzdem super Gitarre spielt und Maria toll singen kann. Wenn da nicht der Wecker schon wieder für 7 Uhr gestellt gewesen wäre, hätte das ganze sicher noch länger gedauert.

Für Sonntag war eine Tour zur Kapella Bes geplant, eine Kapelle unterhalb des Krn zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Die Auffahrt erfolgte zwar zum überwiegenden Teil auf Asphalt, anstrengend war es aber trotzdem. Die Sonne hatte deutlich mehr Kraft als am Vortag und der Teerbelag wirkt bei solchen Bedingungen meist auch nicht gerade als Kühlkörper. Am Ende der Asphaltstrasse nutzten wir die Gelegenheit auf eine kurze Rast bei der Kuhinja Hütte. Dort warteten außerdem Rocío und Carlos auf uns, die dankenswerterweise von Rene geshuttled wurden um etwas Kraft zu sparen. Rene hatte an diesem Tag Hundekinderdienst, am Vortag war Maria mit der kleinen Rika bereits auf Entenjagd.

Der weitere Anstieg war recht knackig, zuerst loser Schotter später teilweise verblockter Wanderweg bis zum höchsten Punkt, einem topographisch unspektakulären Sattel südlich des Krn. Nach einer kurzen Abfahrt kamen wir zur Kapella Bes, wo der Genuss des Panoramas gleich mit einer Riegel- und Fotopause kombiniert wurde. Und ebendort erklärte uns Thomas, das der Grund für die traditionell glattrasierten Rennradlerbeine die Firma Gillette sei, die in den Anfängen der Tour de France Hauptsponsor gewesen sein soll. Die Geschichte hat er mit einem derartigen Ernst vorgetragen, dass ihm das alle geglaubt hätten, wenn er nicht selber für Aufklärung gesorgt hätte.


Keine Zeit zum Einfahren gab es dann wieder auf der Abfahrt, der Weg schlängelte sich steil und in kurz aufeinander folgenden engen Kurven die ersten Meter unter der Kapelle entlang. Etwas weiter unten, nach einer schönen Wiesenquerung wurde der Weg breiter und etwas flacher und führte in Serpentinen durch den Wald. Teilweise war auch hier der Untergrund etwas feucht und das war vermutlich auch der Grund dafür das Rocío kurz vor Ende der Schotterstrasse das Vorderrad ansatzlos weggerutscht ist und sie zu Sturz gekommen ist. Schulter, Wange und Handgelenk schmerzten stark und da nicht erkennbar war, wie schwer die Verletzungen und der Schock wirklich waren, beschlossen wir, ein Auto für die Rückfahrt vom Campingplatz zu holen.




Unser geplanter Abfahrttermin hat sich dadurch zwar etwas verzögert, viel wichtiger war aber, dass beim Zusammenpacken die Beweglichkeit von Rocíos Schulter bereits etwas besser war, was darauf hoffen ließ, dass vielleicht doch keine größeren Folgen zurückbleiben würden. Eine Abklärung am LKH noch am selben Abend war aber sicherheitshalber notwendig und bestätigte diese Hoffnung.

Abgesehen von diesem Zwischenfall war es ein rundum gelungenes Bike Wochenende - perfekt organisiert und geplant - Danke!

Freitag, 15. Juni 2012


planlos 'I2 - der klettertrip 
26. – 28. Mai 2012


Der Name ist Programm: Erst 3 Tage vor der Losfahrt wurde beschlossen wo es hingehen soll und von wann bis wann. Das Ergebnis: 3 Tage in 3 Klettergebieten in der näheren Umgebung von Triest, und zwar in Napoleonica, Sistiana und Val Rosandra – Glinscica. Dabei waren 12 TeilnehmerInnen (Timon, Sarah, Luisa, Werner, Silvia, Jakob, Christian, Christian und Christina, Benjamin, Harald, Johannes), mit unterschiedlichem Kletterkönnen und Erfahrung. 

Napoleonica bietet Kalk-Felsen in allen Schwierigkeitsgraden, teils entlang einer für Autos gesperrten Straße, teils im abschüssigen Gelände. Man hat einen schönen Ausblick auf Meer und Triest und entlang der Kletterrouten gab es viele Blumen. Hier sind wir mit Campingbus und 2 Autos am Samstag rund um 10 Uhr angekommen und bis zum Abend geblieben. Die Routen waren großteils südseitig ausgerichtet und es war sehr heiß und sonnig, perfekt um gleich in die richtige Urlaubsstimmung zu kommen! Gottseidank gab es am Parkplatz einen Trinkbrunnen. 




Gegessen wurde am Abend am Campingplatz, mehrere Kilo Nudel mit einer Art Eintopf, in den fast alles Mitgebrachte hineinverkocht wurde. Sehr lecker! 
 

Das 2. Gebiet, Sistiana, liegt direkt neben einer Kläranlage, aber auch direkt am Meer und daher konnten wir Klettern, Baden und Sonnenliegen verbinden. Die Klettereien waren für mich und andre weniger trainierte TeilnehmerInnen eher schwierig, viele Routen blieben auch im Nachstieg unvollendet. Die Profis (Benjamin, Harald, Christian P.) machten sich hingegen einen Spaß mit Klemmkeil-Tests und haben Routen mit Reinfallenlassen und Wiederraufklettern gleich mehrfach absolviert. Highlights des Tages waren Silvias Kampf mit dem Überhang, abenteuerliche Abseilmanöver durch ein Stollensystem, Sprünge ins Meer von einem Loch im Fels (etwa 10m?) und das Essen: Schnitzel mit Gemüsereis, direkt am Fuß der Felsen! 






Am Abend hat uns kurz der Regen erwischt, ich habe meinen 1. Regenbogen über dem Meer gesehen. Wir beschlossen am Stadtrand von Triest Pizza zu essen, statt am nassen Campingplatz herumzusitzen. 


Am letzten Tag in Val Rosandra hat es immer wieder genieselt, gottseidank gab es einen überhängenden Felsen zum Schutz. Von diesem großen Klettergebiet haben wir nur einen kleinen Teil gesehen. Der Weg zu den Felsen war schwer zu finden und musste von uns mit Ästen nachmarkiert werden, um ein Verirren anderer Wanderer und Kletterer zu verhindern. Auch am 3. Tag wurde großteils nocheinmal motiviert geklettert, teilweise machte sich aber auch schon Müdigkeit bemerkbar (s. Fotos!). Zum Essen gab es Nudel mit Zwiebel, Ei und Speck, Köche waren wie immer Harald und Benjamin, die offensichtlich über viel Erfahrung als Campingköche verfügen. Erstaunlich ist wie schnell so ein Klettertag bzw. der ganze Klettertrip verfliegt. Am Abend gab es noch Eis und Kaffee und Berichte über spannende Klettererlebnisse (Toilet-Soloing) in einer Art Berggasthaus und dann ging’s zurück nach Graz wo wir erst in der Nacht ankamen. 


  
Beeindruckt hat uns alle die jüngste Teilnehmerin: Luisa war die ganze Zeit über fröhlich, freundlich und völlig unkompliziert dabei und hat uns in den Kletterpausen unterhalten.

Montag, 27. Februar 2012

Aufg’fellt 2011 oder vielleicht doch 2012?


Am Donnerstag den 30.11.2011 traf sich eine wissbegierige und motivierte Gruppe von 10 Skitourenbegeisterten und 3 Kursleitern vor dem AV-Haus in der Schörgelgasse. Während dem ersten verbalen Beschnuppern ergab sich eine nicht unwichtige Frage: Wer war eigentlich für die Organisation des Schlüssels verantwortlich? 30 Minuten und einige Telefonate später erschien der ersehnte Retter in Form eines Schlüsselbesitzers um uns Zutritt zu verschaffen. Die Kursleiter Gerald, Matthias und Jochen konnten dieses anfängliche Problemchen allerdings durch ihre große Kompetenz beim Erläutern der „Stop or Go“ Methode mehr als wett machen. Nachdem Check 1 recht einsichtig und verständlich erschien (Verbindung von Lawinenwarnstufe und Hangneigung), waren die Teilnehmer doch recht erstaunt wie viele verschiedene Windzeichen es gibt. Der Versuch aus den Zeichen die Windrichtung zu erkennen, geriet alsbald zum Ratespiel, wobei die Kursleiter die Lösung immer parat hatten. Ob unter Zuhilfenahme der eingezeichneten Pfeile sei erst mal dahingestellt.

Voller Erwartung des bevorstehenden Wintereinbruchs verabschiedete sich die Gruppe mit der Gewissheit, sich in 8 Tagen im Gasthof Leitner in Donnersbach wieder zu sehen. Trotz intensiver Schneetänze, zumindest eines Teilnehmers, wollte sich kein Niederschlag einstellen und somit musste der Praxisteil auf Anfang Februar 2012 (siehe auch Überschrift) verschoben werden.

Am Freitag den 3.2. traf sich die Gruppe nun endlich im tiefverschneitem Aigen im Ennstal. Einige Teilnehmer stellten während der Anreise fest, dass die Pension Glitschnerhof in Sallaberg am See zu finden ist und nicht im benachbarten Sallaberg. Gemeinsam wurde aber beschlossen dem Navi die Schuld zu geben und keine weiteren Worte über "Sallaberg City" zu verlieren.

Nach einem ausgezeichneten Abendessen, wurde der Theorieteil mit einer Wiederholung der „Stop or Go“ Methode begonnen. Es folgte das Studiums des Lawinenwarnberichts bzw. der Prognose für den nächsten Tag. Wobei in Hinblick auf die prognostizierten –20°C und 50km/h Windgeschwindigkeit einigen Teilnehmern schon kalte Schauer über den Rücken liefen. Ein Großteil der Gruppe versuchte sich danach in der hauseigenen Sauna auf die bevorstehende Kälte vorzubereiten. Eigentlich ist dies ja eine Maßnahme um die Körpertemperatur nach einer Skitour wieder anzuheben aber man kann es ja auch mal vorher probieren.

Nach dem Frühstück am Samstag morgen, wurden nochmals der Lawinenlagebericht und der Wetterbericht studiert. Aufgrund der zu erwartenden Windrichtung und Kälte entschieden sich die Kursleiter von einer Tour auf der Planneralm abzusehen und stattdessen von Donnersbachwald zur Mörsbachhütte zu gehen. Dies half sicherlich die Stimmung der naturgemäß kälteempfindlicheren weiblichen Teilnehmer hoch zu halten. Ja den männlichen Teilnehmern hat es auch gefallen.

In Donnersbachwald angekommen, wurden 2 Gruppen gebildet und ein erster LVS Check durchgeführt. Dann ging es auf dem Schlittenweg los in Richtung Mörsbachhütte, wobei die ersten steileren Tiefschneehänge zum intensiven Spitzkehrentraining genutzt wurden. Der skitourenerfahrene Leser weiß um die Problematik dieser speziellen Fortbewegungsart. 




 
Als nächstes stand die LVS Suche auf dem Programm, wobei manche feststellen mussten, dass die Feinsuche gar nicht so einfach ist. Das Opfer wurde allerdings mit vereinten Kräften wieder gefunden. Matthias blieb es damit erspart, das restliche Wochenende ohne Rucksack zu verbringen. Übrigens ist das Graben im Schnee eine perfekte Methode um sich wieder aufzuwärmen.

Die zweite Gruppe bekam indes die Aufgabe, so schnell als möglich bis zum Boden zu graben. Ein Teilnehmer schaffte diese 1,5m in 16min. Leider war in der Aufgabenstellung nicht enthalten, dass er aus eigener Kraft wieder aus dem Loch herauskommen soll. So musste die Gruppe ihrem verzweifelten Kameraden mit einem Versorgungsstollen zu Hilfe kommen.  Die gegrabenen Löcher blieben der Nachwelt erhalten. Falls sich der geneigte Leser an die Schlagzeile „Skitourengeher bei der Abfahrt in einem großen Schneeloch verschwunden“ erinnern kann, wir waren’s nicht. 



 
Nach einem weiteren abendlichen Saunabesuch, jetzt hat es wirklich was gebracht, und einem geselligen  Abendessen wurden wir in die Thematik der Tourenplanung eingeführt. Dazu gehörte die Interpretation des Lawinenwarnberichts sowie des Wetterberichts. Natürlich ist auch ein intensives Kartenstudium notwendig. Mit den frisch erlernten Kenntnissen wurde gleich die Tour für den Sonntag geplant. Als Tourenziel wurde das Mölbegg gewählt, Ausgangspunkt war das Gehöft Hochbär.

Am Sonntag präsentierte sich der Winter von seiner schönsten Seite. Zwar hatte es –18°C, aber dies ließ sich bei Sonnenschein und leichtem Wind super aushalten. Im Zuge der Anfahrt zum Ausgangspunkt unserer Tour stellte sich heraus, dass Schneeketten zur Standardausrüstung einer Skitour gehören sollten und dass der Umgang mit denselben auch geübt werden sollte. Dies kann man ja vielleicht bei der Planung von Aufg’fellt 2012 berücksichtigen.



Während dem traumhaften Aufstieg durch mäßig steiles Gelände stellte sich bei einigen Teilnehmern schon die freudige Erwartung auf eine nicht minder traumhafte Pulverschneeabfahrt ein. Doch zuerst mussten die Teilnehmer nochmals ihre Spitzkehrenfähigkeiten unter Beweis stellen. Der Autor entschuldigt sich nachträglich für die etwas steile Spurwahl durch den recht dichten Wald, aber zumindest hatten alle ihren Spaß.  










Von unserem letzten Rastplatz war der Gipfel des Mölbegg schon in Sichtweite. Allerdings waren noch einige Höhenmeter sowie eine verharschte Querung zu bewältigen.  




Nach Erreichen des Gipfels und einem kräftigen „Hurra die Gams“ wurden die Felle zum letzten Mal abgenommen und jeder Teilnehmer stellte sich geistig auf die bevorstehenden Strapazen der Abfahrt ein. Einige konnten sich hinsichtlich der perfekten Pulverschneebedingungen während dieser, diverse Jauchzer nicht verkneifen. Als Beweis sei auf die Fotos mit den verzückten und glücklichen Gesichtern verwiesen.  








Trotz der sehr unterschiedlichen skitechnischen Fähigkeiten der Teilnehmer wurde wieder einmal das Sprichwort „Runter kommen sie alle!“ bewiesen. Man muss vielleicht nur die Worte „früher oder später“ hinzufügen.

Beschlossen wurde der Tag in einem ausgezeichneten Fischlokal in Trautenfels, wobei auf Beweisfotos bewusst verzichtet wurde. Nach einer anstrengenden aber sehr lohnenden Skitour würde sich auch kein professionelles Fotomodell mehr ablichten lassen wollen.

Am Ende bleibt nur noch, sich bei Gerald, Matthias und Jochen für ein perfekt organisiertes Wochenende, sowie für ihre unermüdliche Bereitschaft uns Skitourennovizen etwas beizubringen, zu bedanken.